Regenerative Medizin:
Potenziale für gesundheitliche Wertschöpfung
Gerade bei den epidemiologisch relevanten Volks-, Alterns- und Verschleißerkrankungen stellen die Prinzipien der Regenerativen Medizin ein innovatives Behandlungsparadigma dar: Regenerative Produkte werden nicht symptomorientiert eingesetzt. Vielmehr nutzen sie die natürlich vorhandene Regenerationsfähigkeit des Organismus für das Ziel, erkrankte Gewebe tatsächlich zu heilen (kurative Wirkung) oder die Regeneration von kranken und verletzten Organen zu unterstützen.
Regenerative Therapien stehen hier in direkter komplementärer Ergänzung zu klassischen aktiven gesundheitsförderlichen Maßnahmen, die gezielt die natürlich vorhandenen biopsychosozialen Gesundheits- und Altersressourcen des Organismus in Gesundheit wie in Krankheit und in allen Lebensphasen ansprechen und nutzen. So lassen sich z.B. durch ein evolutionsbiologisch angemessenes Bewegungs-, Ernährungs-, Stressverhalten "normale" oder gestörte Funktionen und Fähigkeiten des Organismus nachweislich positiv beeinflussen (Mobilisierung der Adaptationsfähigkeit des Organismus).
Regenerative Therapien können in hoch effizienter Weise dazu beitragen, Belastbarkeit, Arbeits- und Leistungsfähigkeit sowie Vitalität und Lebensqualität besonders bei chronischen Erkrankungen zu erhalten oder wieder herzustellen. Pars pro toto stehen dafür das Tissue Engineering/ Zelltherapien oder Produkte zur induzierten Autoregulation mit ihren breiten Applikationsfeldern und heute noch gar nicht vollumfänglich abschätzbaren Anwendungspotenzialen.
Im Workshop werden hochkarätige, erfahrene Experten den heutigen Stand der Regenerativen Medizin resümieren, Prognosen über weitere Entwicklungstrends stellen, Einschätzungen zum Patientennutzen treffen und daraus auch gesundheitsökonomische Erwägungen ableiten.
Moderatoren
Prof. Dr. Ulrich Sack
Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI in Leipzig
Prof. Dr. Gustav Steinhoff
Referenz- und Translationszentrum für kardiale Stammzelltherapie, Universität Rostock
Dr. Johannes Boltze
Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI in Leipzig/ AG Neuro-/ Kardioreparatur
Referenz- und Translationszentrum für kardiale Stammzelltherapie, Universität Rostock
Kontext
Die Fraunhofer Veranstaltungsreihe „Demografie und Gesundheitsressourcen“ sensibilisiert Entscheidungsträger und Akteure einer breiten Öffentlichkeit für den damit verbundenen Innovations-, Kompetenz- und Wissenstransfer in die Dienstleistungs- und Bildungslandschaft und in die gesellschaftliche Praxis hinein.
Das Innovationsforum 2010 unterlegt darüber hinaus aus Kunden- und Verbrauchersicht, aus der Sicht der Akteure und mit innovativen wissenschaftlich-fachlichen Lösungen die notwendige stärkere Verzahnung von erstem und zweitem Gesundheitsmarkt. Diese findet derzeit vor allem unter der wirtschaftlichen und ethischen Herausforderung „Vitalität und Arbeit“ (Fit4Work, Gesund in die Rente, Flexible Altersgrenze …) statt.
Stand 18.11.2010 -